About the reason why – driven by my inner values.

 

 

Wer bestimmt, wie gut ich bin?

Wer bestimmt, wie stark ich bin?

Wer bestimmt, wer ich wirklich bin?

 

 

Ich bin stark & ich weiß es im Regelfall auch. Ich kann weit radeln, lange fahren, viel klettern – …& ich höre auch dort nicht auf, wo es längst weh tut & kann jederzeit über die Grenzen gehen, solange es meine eigenen sind.

 

Doch wer bestimmt, dass es so ist?

 

Ich sehe nicht aus wie Jemand, der Hochleistungssport betreibt. Ich bin weder sehnig-dünn, noch von definierten Muskeln durchgezogen, allem Training, Krafttraining & der vielen Bewegung zum Trotz. Das war – tatsächlich – schon immer so.

Und lange habe ich mich gegen dieses „schon immer“ gewehrt und weiß daher, dass ich meinen Körper sehr wohl in etwas reinzwängen kann, dass er nicht ist, nicht sein will & auch niemals mehr sein sollte: Ein Ideal einer leistungsorientierten Gesellschaft, in dem die Oberflächlichkeit scheinbar immer wieder gegen innere Werte und wahre Stärke siegt. Ein körperliches Wrack, das ausgezehrt, rastlos & müde vom Leben ist. Ein getriebener Mensch, der alles ist – allen voran jedoch weit weg von sich selbst, seinen Träumen, seinen Werten & Visionen. 

 

Aus Liebe zum Radfahren.

 

Meine Motivation, Langdistanzen & insbesondere viele Höhenmeter zu fahren, ist seit jeher intrinsisch: Ich finde Kraft darin, so frei & minimalistisch unterwegs zu sein, den Fokus nur auf das eine legen zu dürfen – schon Tage vor dem Start. Es begeistert mich, mich mental auf diese Touren vorzubereiten, mich meinen Ängsten & auch Zweifeln zu stellen – und somit zu schauen, in wie weit ich wirklich auch will und in wie weit ich gerade in diesen neuen Ideen & Abenteuern bei mir selbst geblieben bin.

 

Gerade in dieser Zeit, die sich für viele so perspektivlos & „onhold“ anfühlen mag, tut es gut, diese kleinen Meilensteine, diese Abenteuer „in between“ zu haben und hier aufzutanken. Es ist meine Art, gerade durch diese Zeiten zu gehen und auch überhaupt meine Art, meiner großen Liebe, dem Radfahren, eine meiner höchsten Prioritäten im Leben zu schenken.

 

Unterwegs- & Einfachsein.

 

Innerhalb einer Woche liegen zwei „Orbits“ hinter mir & somit jeweils zwei lange Touren mit ordentlicher Schwarzwaldkletterei – in der Summe von über 600km und 12.000Hm. Hinter mir liegen somit jeweils 2 Touren, die mich vorab, währenddessen & auch danach (Stichwort Regeneration) stark gefordert haben und die ich mir unter der Woche zwischen die Arbeit & den normalen Alltag gepackt habe.

Lange habe ich meiner Langdistanzliebe am Rennrad, bzw. dem Brevetfahren, eine bewusste Pause gegönnt – und das aus gutem Grund: ich wollte wieder freier im Kopf werden. Ich wollte alte Gedankenmuster und falsche – extrinsische – Motivationen loswerden und somit eine kraftvolle Leichtigkeit wiedererlangen, die mir zwischendurch zwar noch präsent – aber nicht immer wirklich greifbar war.

 

 

Das Radfahren ist für mich Freiheit – und soll es auch bleiben.

 

 

Mit dem Hintergrund meiner jahrelangen Magersucht bilden die Langdistanz & das „Ultracycling“  i m m e r  eine Gratwanderung, auf der die wahre Liebe zum Extremen mit einer Sucht & einem Streben nach Mehr (& gleichzeitig auch Weniger) leicht zu verschwimmen droht.

 

Freiheit – trotz Höchstleistungen – frei von Zahlen. Dogmen. Müssen. & falschen Idealen.

 

Diese Gratwanderung – sie ist ein Balanceakt in allen Bereichen. Bei mir zu bleiben & zu sehen, dass nicht die Leistung, die ich erbringe, mich definiert, sondern immer noch meine Werte, meine Persönlichkeit und meine Träume, kann schwer werden, wenn ich mich diesen Herausforderungen stelle, die sich letztlich ja doch – von außen betrachtet – um das reine Abspulen von Zahlen, Höhenmetern & dem Verbringen von Stunden auf dem Rad drehen.

 

Jedoch glaube ich persönlich daran, dass uns sowohl privat als auch beruflich niemals die reine Zeit in unserer Effizienz bestimmt, sondern die Begeisterung & die Hingabe, mit der wir etwas tun und wie wir unser Leben leben, verbringen & gestalten.

 

 

Was mir hier geholfen hat,

ist ein – radikaler – Perspektivenwechsel:

 

 

Perspektivenwechsel – again & once again.

 

Was für mich nur noch gilt, sind die puren erlebten Stunden am Rad, der Augenblick, bis nach den ersten Stunden der Nacht die Sonne wieder über den Bergen aufgeht und man in den Tag hineinfährt. Der erste Kaffeestop, das erste zweite Frühstück. Das Wissen, dass es nichts mehr zu tun gibt, als nur zu radeln, nur noch draußen zu sein. Diese Dinge machen mich so glücklich, dass die Bedeutung der Zahl dahinter & des Ergebnis, das sich daraus ergibt, sehr, sehr klein werden – und ich sie somit auch loslassen kann und sie eben nicht das definieren, was ich gerade tue und wie viel Spaß es mir macht.

 

 

Diese Touren mit diesem

– lang erarbeiteten –

Mindset zu fahren,

ist für mich ein Statement

& soll ein Ansporn für alle sein,

die sich von allen Oberflächlichkeiten,

die sie noch hemmen

oder scheinbar in Grenzen setzen,

aufhalten lassen.

 

Denn: Es ist nicht das Material, das uns bestimmt, nicht unser Körper, der nicht dem scheinbaren Ideal entspricht, der uns aufhält, nicht unser Equipment, das zählt.

 

 

Es sind allein wir mit unseren Werten

& unserer Persönlichkeit,

die die wirklich

erfolgreichen Tage dort draußen definieren,

es sind wir, die das daraus machen,

was es wirklich sein soll.

 

 

Ich höre oft, dass ich „nicht so aussehe, als würde ich diesen Sport so betreiben“ – und ja, hier darf meine alte Stimme der Magersucht erstmal ganz tief schlucken und ich darf sie beruhigen. Denn ja, ich sehe nicht so aus – jedoch ganz ehrlich: wen juckt es wirklich? Oder eher gesagt: Wer sagt, wie ich denn überhaupt auszusehen habe?

Neulich wurde mir gesagt, dass es bemerkenswert sei, dass ich diese Touren mit meinem alten Müsingrennrad, „normalen“ Felgen und überhaupt eben meinem Standard- & oft auch alten Material fahre und in diesem Moment fällt es mir wie Schuppen von den Augen: – die Ebene, auf der ich mich bewege, ist eine andere, die oberflächlich nach außen wirken mag.

 

Liebe zum Pragmatismus. & Einfachheit. 

 

Mich treiben Pragmatismus und die Liebe zum Draußen-Sein an und technischer Firlefanz, Dogmen oder festgefahrene Glaubenssätze sollen die letzten Dinge sein, die mich davon abhalten sollen. Gerade erst habe ich bspw. meine Rennradschuhe tauschen dürfen – nach nun weit über 10 Jahren Einsatz (von den gebrauchten Kilometern dabei ganz zu schweigen) mussten sie nun doch Sohle lassen und neuen Schuhen weichen. Sie waren mir stets ein treuer Begleiter – von Anfang an. Für damals 40€ haben sie erstaunlich lang gehalten – und einiges mit mir mitgemacht.

 

Dieser Pragmatismus kommt zum einen durch ein schmal gesätes Konto: Material ist teuer und ich kann es mir schlicht nicht leisten, mehr als meine Grundbasis zu besitzen – bzw. diese zu fahren. Zum anderen ist es jedoch auch so: Ich möchte es auch nicht großartig anders – denn es bedeutet eben auch, mehr anzuhäufen, sich noch mehr zu binden, noch mehr in Konsum verstrickt zu sein. Und wenn ich Mehr vom Weniger möchte, dann bedeutet dies zusätzlich auch, noch weniger anzuhäufen und eben auch noch weniger zu konsumieren.

 

 

…das Rad,

das ich gerade fahre,

wird immer das Beste sein, was ich gerade habe.

Und dessen Material –

wird niemals meine Leistung,

meinen Willen & mein Können beeinflussen

oder mir

– schlimmer noch –

Grenzen setzen können.

Ganz einfach.

 

 

Jedoch zurück zu meiner Stärke: mein Material, mein Aussehen, das, was ich nach außen „zu sein scheine“ bestimmen nicht meine Ausdauer & das, was ich zu leisten vermag.

Die Zahl am Garmin, das Ausmaß einer Tour, die Kilometer, die „Zeit in Bewegung“, die Höhenmeter – bestimmen nicht die Freude an dem, was ich dort tue. Meine Lebensstunden dort draußen – sie zählen dann für mich, wenn ich sie mit dem verbracht habe, was mich wirklich glücklich macht. Kein Titel, kein volles Konto, kein Status dieser Welt können mir dies gegenrechnen – keine Zahl, kein gespeicherter GPS-Track, keine „Likes“ dieser Welt können mir das, was ich dort für mich erlebe, vermiesen oder eben auch verschönern.

 

 

Im Grunde ist es ganz simpel:

Ich bin

dankbar

für einen Körper

der Kraft hat

einen Geist

der mich trägt

einen Flow

den ich fließen lassen kann

 

Dankbar

für das

was ich nicht direkt entdecken kann

für das

was noch vor mir liegt

& Entwicklungen

die noch möglich sind.

 

 

Dankbarkeit – für diesen einen Moment.

 

Es hat unglaublich gut getan, nach diesem Mindsetshift (der auch viel mit dem Loslösen alter, an die Magersucht gekoppelte Denkstrukturen zu tun hatte) den Langdistanzen am Rennrad endlich wieder mehr Raum zu geben & zu sehen, wie viel ich auf der mentalen Ebene tatsächlich entwickeln konnte. Nie zuvor bin ich so stark am Berg gefahren wie bisher, nie war ich mir bei dem, was ich tue, so sicher & nie war ich dort dabei so sehr bei mir und im Moment.

 

 

Und viel wichtiger als das:

Nie zuvor konnte ich mich auch

im richtigen Moment so selbstsicher

dazu entscheiden,

nicht gegen mich

& ein Bauchgefühl von Vernunft anzugehen,

um nur der Zahlen willen etwas durchzudrücken.

 

 

Den ersten Orbit Loop habe ich bspw. nicht wie geplant finishen können – die Kälte, die gefrierende Schneeschmelze & die daraus resultierende unberechenbare Glätte auf den Bergstraßen sowie der Mangel an Aufwärmmöglichkeiten im Schwarzwald schlugen mir nach Sonnenuntergang für die letzten 70km und knapp 3000Hm ein Schnippchen – & ich akzeptierte es.

Im Nachhinein war ich selbst überrascht, wie einigermaßen locker ich diese „Niederlage“ nehmen konnte und konnte es für mich als Statement nehmen, mich darin zu üben, meine neue Mindsetperspektive auch gleich auf die Probe zu stellen.

 

Ehrlich gesagt: Es t a t kurz weh, vor allem am Morgen danach. Natürlich. Es w a r kurz schwer, mir einzugestehen, dass ich es nicht durchgedrückt hatte – doch ich wusste dennoch, dass es die einzig richtige Entscheidung war, die ich in diesem Moment treffen konnte.

 

…unterwegs am 1. OrbitLoop 

 

Dieser Orbit Loop wurde dennoch nun mit in die Best Of #rideFAR Collection vom Orbit360 auf komoot mit aufgnommen und ich freue mich darüber unglaublich –  denn schöner könnte mein Statement, was wirklich zählt, wenn wir dort rausgehen, rausradeln und uns unseren eigenen Träumen & Grenzen stellen, nicht unterstrichen werden. Ich danke Orbit360 dafür sehr & bin somit umso froher, den Loop genauso & nicht anders gestaltet zu haben.

 

 

…im Yoga heißt es, dass hier alle gleich sind.

 

…& auch im Leben sind wir im Prinzip doch alle – erstmal – gleich.

Wenn wir aufhören, uns selbst so streng zu bewerten,

dann werden wir auch offener,

für alle die, die uns umgeben,

für das, was wirklich zählt.

…wir werden offener & freier,

genau das zu finden, was uns ausmacht,

was uns wirklich etwas bedeutet,

was uns im Leben auch wirklich erfüllt.

…wir werden offener & freier, dort rauszugehen

– um auch wirklich das zu tun,

was uns am Ende des Tages

einfach

ehrlich

glücklich macht.

…genau dies wünsche ich Euch heute.  Dass ihr genau dies tut, euch traut, euren Werten treu zu bleiben & ihnen zu folgen. Was nicht immer der leichte Weg ist, ist doch dennoch der unsere – und es lohnt sich.

Jeden Tag & jede Sekunde, immer wieder, aufs Neue.

 

 

What about - combining Orbits with Everests. Part#1.

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