Across no borders – just riding & pushing to set some marks.

 

Freiheit ist Hingabe. 

Hingabe an eine selbstgewählte Idee. 

Jean-Jacques Rousseau

 

 

Geschlossene Grenzen. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Unterbundene Sozialkontakte.

 

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Ich befinde mich in einer Ausnahmesituation. Pläne für 2020 – die ohnehin unplanbaren Pläne, die Abenteuer, die Träume – ich muss und werde sie ziehen lassen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es wäre zu viel zu sagen, ich würde um sie trauern oder dass es mir sehr, sehr schwer fallen würde – denn letztendlich sind Pläne wie diese aktuell nicht der Standard, nicht der wahre Fokus, den es zu halten gilt.

Und dennoch: Es sind Pläne, Ziele, Herausforderungen gewesen, die meinem Herzen und einem tieferen Sinn entsprungen sind und die ich nun loslassen muss – und werde. Es ist nicht die Zeit, ins Ausland  zu reisen, fremde Infrastrukturen zu belasten, Dinge durchzuziehen, die gerade einfach nicht sein sollen. Es ist nicht die Zeit, an Dingen festzuhalten, die aktuell keinen tieferen Sinn mehr ergeben. Es ist nicht die Zeit, an Plänen festzuhalten, die keine mehr sein sollten.

 

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Ich befinde mich in einer Ausnahmesituation.

Geschlossene Grenzen. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Unterbundene Sozialkontakte. Sehnsucht nach den Menschen, die ich so sehr liebe.

 

Als Kind der 90er und mit dem Heimatort im „tiefsten Westen“ Deutschlands bin ich in meiner Kindheit niemals wirklich mit den Konsequenzen der Mauer und den noch nach ihrem Fall andauernden Folgen und Auswirkungen sowie geschlossenen Grenzen und Restriktionen konfrontiert worden. Die Mauer war für mich bisher nie wirklich greifbar, die Geschichte niemals wirklich nah, auch wenn sie noch so oft während der Schulzeit strukturiert auswendig gelernt wurde.

 

Offene Türen zu offenen Grenzen. Immer – & Jederzeit. 

 

Offene Grenzen waren für mich seit jeher eine Normalität – die ich zwar immer als Geschenk des freien Reisens zu schätzen wusste, deren Bestehen und Existenz ich jedoch doch niemals wirklich in Frage gestellt habe. Wie sehr dieser Zustand ein Geschenk ist – vor allem auch beim Bikepacken – bringt uns der aktuelle Ausnahmezustand nur zu nahe. Mit meiner  aktuellen Wahlheimat im wunderschönen Freiburger Dreiländereck erfahre ich plötzlich hautnah, was es heißt, eingeschränkt und limitiert zu sein, wenn es um Grenzüberschreitungen und die persönliche Bewegungsfreiheit geht.

Mal eben in die Vogesen zum Bikepacken? Unmöglich. Mal eben meine Freunde in der wunderschönen Schweiz besuchen? Undenkbar. Mal eben nach Hause fahren, um meine geliebte Familie zu sehen? Bisher nicht umzusetzen gewesen – aus Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl meiner Familie und deren Gesundheit gegenüber.

 

Unterwegs zuhause – kurz vor dem Schließen unserer Grenzen. 

 

Jahrelang bin ich – ohne groß darüber nachzudenken – über die Grenze gefahren, in die Schweiz, durch sie hindurch nach Italien, dann rüber nach Frankreich. Und wieder zurück. Nur um ein paar Tage später wieder loszuziehen. Und nun? Bin ich froh, mich wenigstens in meinem Paradies, dem Schwarzwald, meiner geliebten Wahlheimat hinter meiner Haustüre einigermaßen frei bewegen zu können – und schätze diese Freiheit und das Glück daraus mehr denn je.

 

Kraftort Greina. Kraftort Schweiz. Kraftroutinen durch offene Grenzen. 

 

Ich habe mich in diesem besonderen Jahr also dazu entschlossen, mein geplantes Heimattriple, das Fahren der Hope1000, der Bikepacking Trans Germany und der French Divide in der ursprünglichen geplanten Form nicht anzugehen – denn ich habe eine Alternative gefunden, in der ich einen noch tieferen Sin gefunden habe und mit der ich noch deutlichere Zeichen setzen kann, als ich es mit dem Heimattriple jemals tun könnte.

Es war ein kleiner Keim, der mir schon vor einigen Monaten mit der Erwähnung der Grenzsteintrophy (alias „die Mutter aller deutschen Bikepackingfahrten“) in den Kopf gesetzt wurde und der nun langsam reifen durfte. Mit der Bestätigung meiner Zugehörigkeit als Ambassador für das Cairn Project wurde mir dann klar, dass es genau dieser Keim und das dazugehörige Projekt werden sollte, das ich in diesem Jahr raus in die Welt tragen (und fahren) wollte.

Die Grenzsteintrophy, aka GST, folgt der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf ihrem alten Kolonnenweg der NVA. Die Route von 1250km folgt ihr exakt und lässt es somit zu, die alte deutsche Geschichte  direkt erlebbar zu erfahren. Schon bei der Recherche des Startpunktes stelle ich fest, noch viel zu wenig darüber zu wissen – stelle fest, dass der tiefere Sinn dahinter hier wirklich Sinn für mich ergibt.

 

Tracks & Trails  into new projects.

 

Sinn, um Zeichen zu setzen.

Gerade in diesem besonderen Jahr, in dieser besonderen Zeit.

 – Welche Zeichen?

 

Zum einen jenes, dass die Abenteuer jederzeit direkt hinter unserer Haustüre liegen können und wir keine Fernreisen brauchen, um uns in die Einsamkeit oder Wildnis zu stürzen. Auch nicht, um uns kulturell „weiterzubilden“ oder unsere Horizonte zu erweitern. Wir sind fähig, dies auch in unserem Heimatland zu tun. Und müssen dafür eigentlich noch nicht mal vor unsere Haustüre treten.

 

Finding hope & happiness behind my backdoor. 


Zum anderen möchte ich zeigen, dass wir uns jederzeit daran erinnern sollten, dass unsere Demokratie & unsere Freiheit wie wir sie heute genießen dürfen, keine Selbstverständlichkeiten sind  und die Zeiten, in denen es mal ganz anders war, immer noch greifbar und erlebbar sind!

 

Stichwort:

Geschlossene Grenzen. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Unterbundene Sozialkontakte.

 

Diese drei Dinge sind aktuell unsere Realität. Und wir sollten lernen, die Freiheit, wie wir sie bisher hatten, wieder wertzuschätzen – mehr denn je zuvor.

 

Dieses Jahr bin ich 30 Jahre alt geworden. 30 Jahre lang durfte ich die Freiheit einer Demokratie und offener Grenzen genießen – und ich möchte dafür Danke sagen. Ich möchte diese Freiheit erlebbar und erfahrbar machen – auch für all jene, die dies aktuell nicht können. Ich möchte Zeichen setzen und wachrütteln. Jeden Menschen einzeln, individuell, auf seine Art & Weise.

 

Packing & riding my bike. To set some marks. 

 

Ebenso unterstütze ich hier als Ambassador in einer ganz besonderen Mission das Cairn Project, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, Mädchen und Frauen in besonderen Situationen zu unterstützen, sie “raus” zu bringen und somit von innen heraus zu stärken.  

 

Ich möchte hier noch mehr Frauen

in die Kraft ihrer eigenen Freiheit holen

– es noch vielen mehr ermöglichen, draußen ihre Abenteuer zu erleben

& ihnen Mut dafür schenken,

sich selbst wieder mehr wertzuschätzen

und immer weiter wachsen zu lassen.

 

 

Mit jedem Kilometer und jedem Höhenmeter auf dem alten Kolonnenweg, entlang der ehemals innerdeutschen Grenze werde ich Spenden sammeln – um diese dem Cairn Project und somit all den Mädchen & Frauen zukommen zu lassen, die somit weiter unterstützt werden können. Mit jedem Kilometer und jedem Höhenmeter, jeder geteilten Geschichte, jeder Kurbelumdrehung, jeder Nacht dort draußen in der heimatlichen Wildnis und jeder neuen Herausforderung meinerseits habt ihr die Möglichkeit, ein Teil dieses Sinns, dieser Vision, dieses tiefergehenden Zeichensetzens zu werden!

 

Hier geht es zur Fundraisingseite & dem Live-GPS-Tracking via Followmychallenge:

 

Fundraising / Spenden für Across no borders.

Live – GPS – Tracking via Followmychallenge.

 

Ich freue ich mich über ein reges Teilen, eine Anteilnahme vorab an diesem Projekt & über jeglichen Input!

Ich bin gespannt auf die neue Herausforderung und ein komplett neues Erleben meines Heimatlandes – so, wie ich es vorher wohl noch nie getan habe – und auf eine Tour voll neuer Erfahrungen, Erkenntnisse und einer immensen Portion an neuen Herzenserinnerungen!

 

“Das, was vor uns liegt, kann gestaltet werden.”

Into the wild.

 

 

 

Ride free - just another Blackforest-Bikepackingadventure.
Von der Herzensvision einer Heimatnomadin.

Ein Kommentar bei „Across no borders – just riding & pushing to set some marks.“

  1. […] Leona wird am 17.06.2020 im Dreiländereck bei Mittelhammer starten, um 1250 km auf dem ehemaligen Kolonnenweg der NVA zurückzulegen. Dieser verläuft wenige hundert Meter parallel zur ehemaligen Deutsch-Deutschen-Grenze auf der Seite der ehemaligen DDR.“Wenn geschlossene Grenzen und eingeschränkte Bewegungsfreiheiten uns plötzlich daran erinnern, wie wertvoll unsere Freiheit doch ist, die wir heutzutage genießen dürfen, dann dürfen wir uns auch daran erinnern und darauf besinnen, diese Freiheit auch weiterhin zu schützen – so gut es eben geht!”Mehr zur Vision hinter dieser Tour findet ihr im Blogbeitrag der Heimatnomadin: Across no borders – just cycling & pushing to set some marks. […]

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