Facing & balancing my plans behind the plans.

Es ist was es ist.

Ein Traum, ein unplanbarer Plan, ein Abenteuer. 

 

Ich gebe ja zu, ich handle selten ohne wirklichen „Sinn“, ohne ein Warum, ohne einen ehrlichen Hintergrund hinter den Dingen. Ich hinterfrage, wieso mich etwas treibt, wieso ich diesen oder jenen Plan schmiede und mich interessiert, was mich wirklich zu manchen Dingen bewegt – wieso ich mich so manchen Grenzüberschreitungen stellen möchte – und wieso vielen eben auch mal nicht.

 

Noch im Januar habe ich darüber geschrieben, wie die Pläne für dieses Jahr aussehen dürften – noch im Januar habe ich mein kleines Heimattriple anvisiert, das mir die Durchquerungen meiner zwei liebsten – bzw. meiner mir bisher am bekanntesten – Nachbarländer sowie meiner Heimat Deutschland ermöglichen sollte und das dieses Jahr meine persönliche neue „Grenzüberschreitung“ darstellen sollte.

 

Doch noch im Januar ahnte ich nichts von den aktuellen Umständen,

die uns nun alle so sehr beschäftigen.

 

Und dennoch war schon dort dieser Plan für mich einfach nur „ein unplanbarer Plan – ein Abenteuer“. Schon im Januar war mir bewusst, dass es jederzeit anders kommen konnte – und dies nicht unbedingt diversen Knochenbrüchen meinerseits geschuldet sein musste. Mir war also schon dort bewusst, dass eine totale Fixierung und ein zu starrer Fokus auf diesen einen, einzigen Plan letztendlich sowieso nicht aufgehen und funktionieren würde – wie so mancher Plan im Leben eben.

 

Blick nach welchem Fokus?

 

Schon bei diesem Heimattriple habe ich mich selbst hinterfragt, wieso ich diesen Plan hege, was mich daran reizt, ob dieser Plan aus mir selbst heraus oder eventuellen extrinsischen und für mich somit eher „falschen“ Motivationen heraus entspringt. Und mir war hier von Anfang an klar, dass ich all diese Kilometer, diese Höhenmeter, diese Herausforderung dieser Tracks nur deswegen bestreiten wollte, weil mich die pure Neugierde und die Lust am „sich selbst challengen“ dazu antrieb. Dass es jetzt nun mal ganz anders kommt ist Schade – aber ganz ehrlich: weder ein Hals- noch ein Beinbruch.

 

Denn zum Einen lernen wir beim Bikepacken (und im Leben) doch immer vor allem eines:

Die Dinge sind  #1 weder planbar und #2 müssen wir sie nehmen,

wie sie eben kommen.

Und nehmen wie sie eben kommen, bedeutet eben auch,

das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.

 

 

Jede Tour, jeder Start, jede Lebenssekunde – sie startet doch immer wieder einfach nur ins Ungewisse.

 

Benötigen wir also wirklich feste Events, um uns selbst zu challengen? Benötigen wir wirklich einen Tracker, der uns begleitet, um unsere Herausforderungen dort draußen „real“ zu machen? Nicht wirklich. Schaffen wir es nicht auch ganz alleine und hinter unserer Haustüre, richtige und nachhaltige Abenteuer zu erleben? – Allerdings!

Schon vor Jahren, als es das Wort Bikepacking noch nicht mal gab und ich dafür, dass ich eine Satteltasche an meine Sattelstütze geklemmt habe, schief angeschaut wurde, bin ich losgezogen, um einfach mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein – einfach für mich, für meinen Seelenfrieden, für meine eigenen Restless Legs quasi. Ohne GPS, ohne Instagram, ohne Blog, ohne soziale Medien. Und genau das tue ich auch noch heute (bis auf die Tatsache, dass ich nun diese Abenteuer mit euch teile – und dafür die sozialen Medien nutze).

Und genau dieses Vorgehen schenkt mir auch heute noch immer wieder aufs Neue die größten, persönlichen und tiefgründigsten Erfahrungen – denn genau hier bin ich wirklich auf mich alleine gestellt – fernab von festem Track, Dotwatchingfollowern und einem „festen Plan“.

 

Frei sein und mir die Welt vor meinen Rädern erfahren, einfach so – wie sie mir gefällt.

 

Plötzlich liegt einem wirklich offen vor Augen, ob es einen Sinn, ein Wie & Warum, ein Weshalb und Wofür gibt – und was dies persönlich für einen überhaupt bedeutet. Wenn mir kein fester Track die Route vorgibt – welchem folge ich dann? Wenn mir kein fester Track vorgibt, wann und wo ich abends ankommen soll – wie lange und vor allem: wohin soll ich dann fahren? Wenn mir kein fester Track schon morgens vorgibt, wie meine Tagesstruktur sein wird – wann mache ich dann eine Pause, wann nehme ich mir die Zeit, für mich – zum Staunen, zum Essen, zum Schlafen, zum Einfach Sein? Wenn es nicht mal mehr das Lieblingscafé am Berg zum Ansteuern gibt, nach welcher Motivation zum Bergauf radeln richte ich mich dann?

 

Time. To rest.

 

– Nach der eigenen. Immer.

 

Ohne festen Track zu fahren, es erinnert an die Situation, in der wir aktuell leben. Wir wissen nicht, was kommt und wir versuchen ja dennoch, uns an die kleinsten Wegweiser und jeden uns noch so hilfreichen roten Faden zu klammern.

 

Doch am Ende wird alles gut. Immer. & Jederzeit.

 

Wenn mich das Bikepacken eines gelehrt hat, dann ist es genau das. Es kann noch so arg sein, die Situation noch so aussichtslos, die Nacht noch so dunkel und kalt und die eigene Situation noch so verloren und vertrackt: Es wird immer alles gut. Egal wie. Jede Situation, jede Krise, jede Herausforderung gibt uns immer wieder die Chance, weiter zu lernen und zu wachsen. Solange wir genau eines tun und uns vom Plan, vom festen Track lösen. Jeder verpasste Sonnenuntergang kann uns am nächsten Morgen nach einer zähen Schlafplatzsuche wieder einen wunderbaren neuen Sonnenaufgang schenken.

 

Lass die Nacht noch so dunkel gewesen sein.. – dein Morgen kann dennoch wieder der strahlendste von allen werden.

 

Einfach seine sieben Sachen zu packen und ins Blaue loszufahren – es kann uns Mut kosten und schenkt uns doch so viel an innerer, neuer Kraft. Denn plötzlich sind wir frei. Frei zu entscheiden, ob wir 13, 16 oder einfach nur 4 Stunden im Sattel sitzen wollen. Wir sind frei zu entscheiden, ob wir rechts oder links abbiegen, bergauf oder bergab rollen, schlafen, essen oder weiter radeln wollen. Wir sind frei – frei, uns für uns selbst zu entscheiden. Frei von jedem Plan und jeder Vorgabe. Sobald wir dies verstehen – und vor allem lernen, damit umzugehen – wird unser Leben wieder ein Stück reicher, bunter, tiefer und inspirierender.

Der unplanbare Plan wird nun eine Chance für neue Abenteuer – gibt Optionen für neue Möglichkeiten, neue Ideen, neue Challenges. Pläne gehen zu lassen – muss uns nicht die Welt kosten und kann uns neu beschenken.

 

Ungeplant – & dann, so reich beschenkt. 

 

Wenn wir in de,  was wir tun – in dem, was wir planten, im Einklang mit uns und unserer eigenen Motivation waren und uns für uns entschieden haben, dann werden wir hier auch nicht den „Boden unter den Füßen“ verlieren. Wir werden nicht die Lust daran verlieren, weiter hinauszugehen, uns zu challengen, weiter zu radeln, zu trainieren, uns stetig voran zu entwickeln. Wir werden weiter unser Leben leben wollen.

 

Denn das wirkliche Abenteuer liegt direkt hier in uns

& somit vor unserer Haustüre

– wenn wir es annehmen, hinsehen und wirklich akzeptieren.

Es liegt direkt in uns – vor unseren Füßen, in unserem Herzen

– und verlässt uns nicht,

selbst dann nicht, wenn alle anderen Pläne

und roten Fäden es tun. 

 

Von der Herzensvision einer Heimatnomadin.
Paths & times of inner healing.

Ein Kommentar bei „Facing & balancing my plans behind the plans.“

  1. […] Ausnahmesituation. Ich befinde mich in einer Ausnahmesituation. Pläne für 2020 – die ohnehin unplanbaren Pläne, die Abenteuer, die Träume – ich muss und werde sie ziehen lassen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es wäre zu […]

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